Was ist klinische Lerntherapie?
Die klinische Lerntherapie ist eine Ursachen bezogene, ganzheitliche Behandlungsmethode von Lernstörungen, wie z.B. Lese-Rechtschreibschwächen, Legasthenien und Dyskalkulien (Rechenschwächen) aber auch Aufmerksamkeits-, Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen.Im vorschulischen Bereich kann bereits prophylaktisch an beginnenden Lernstörungen gearbeitet werden, d.h. es können bereits vor der Schule Kinder mit Auffälligkeiten z.B. im Bereich der sprachlichen- oder/und motorischen Entwicklung gezielt diagnostiziert und behandelt werden, damit einer evtl. folgenden Lernstörung in der Schule rechtzeitig vorgebeugt werden kann.
Im schulischen Bereich wird mit einer ausführlichen Anamnese und einer ganzheitlichen Diagnostik, in welcher die sozialen, emotionalen, motorischen, wahrnehmungsspezifischen und sprachlichen Fähigkeiten bzw. Auffälligkeiten der betroffenen Kinder betrachtet werden, ein individueller Therapieansatz für die entsprechende Lernstörung ermittelt.
Die klinische Lerntherapie versteht sich also als Basistherapie, die nicht Symptom sondern Ursachen bezogen arbeitet. Die Symptome sind nur "Wegweiser" für die Suche nach dem ursprünglichen Grund der Störung, der in den meisten Fällen weiter in der Tiefe zu finden ist.
Die aktuellen Erkenntnisse der Hirnforschung zum Thema Lernen fließen als weiterer wichtiger Bestandteil in die Arbeit der klinischen Lerntherapeuten mit ein. (z.B. neueste Forschungen der Neurobiologen Manfred Spitzer und Gerald Hüther).
Es kann einzel- oder gruppentherapeutisch gearbeitet werden. Die Arbeit in der Gruppe ist im schulischen Bereich der Einzelsituation grundsätzlich vorzuziehen, da sie dem Schulalltag am meisten entspricht.